Der Prozess des Songwritings

Es kann ein frustrierender Prozess sein, bei dem man mit nichts zufrieden ist und am Ende denkt, was kann ich eigentlich. Eine Art „try and error“. Manchmal läuft es aber auch wie geschmiert und die Texte schreiben sich quasi von selbst. Das kann eine therapeutische Wirkung haben, da man sich mit seinen Gefühlen bzw. Gedanken auseinandersetzt und in gewisser Weise auch ein Erfolgsmoment verspürt.

Aber wie verhindert man Ersteres und erfährt Zweiteres?

1. Finde heraus was deine Kreativität steigert

Um effektiv an Songs arbeiten zu können muss man kreativ sein. Ich kenne Musiker die extrem viel Ruhe brauchen, um an diesen Punkt zu kommen. Die Straßenmusikantin Isabell Wolff aus der Podcastfolge Straßenmusik, zelebriert schon fast ein Ritual um an diesen Punkt zu kommen.

„Am besten gut ausgeschlafen, wenn ich müde bin und kreativ sein müsste, würde ich vermutlich kotzen. Dann ein bisschen Yoga oder Meditation und dann nach einer ersten großen Tasse Kaffee gehe ich mit viel Zeit in mein Kämmerchen und arbeite an meiner Musik.“ Das muss aber nicht die ideale Lösung für jedermann sein.

Bei mir ist es ein bisschen anders. Je schlechter es mir seelisch geht, desto kreativer bin ich. Ich benötige auch keine Ruhe, ich schreibe oft Songs zwischen Tür und Angel, weil ich im Stress oder auf dem Weg nach Hause gerade eine Idee habe.

Ihr müsst für euch eben selbst herausfinden, wie ihr am Besten kreativ arbeiten könnt, jeder tickt da ein bisschen anders. Solange ihr das nicht wisst, müsst ihr euch zwingen kreativ zu sein und das ist ein unschöner Prozess.

Redet da gerne mit anderen drüber, das gibt oft einen anderen Blick auf die Dinge und vielleicht können Euch eure Freunde schon besser einschätzen als ihr selbst.

2. Schreibe Ideen SOFORT auf

Sobald du eine Idee hast, schreib sie auf. Hol dir ein Notizbuch, dass du immer dabei hast oder tippe es in dein Handy. Wichtig ist, schreib es sofort auf. Und lösche nicht gleich Ideen, wenn du sie doof findest oder nicht direkt weiter kommst. Manchmal schaut man Monate später noch mal drüber und empfindet das geschriebene anders als noch beim Schreibprozess. Oder man setzt einen Teil, dann in einen anderen Song. Alles was du schreibst, ist erst mal wertvoll und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

3. Sei nicht zu kritisch zu dir selbst

Versteht mich nicht falsch, Selbstkritik ist etwas sehr Nützliches in der Musik, doch darf es nicht zu Selbstzerstörung werden. Je mehr Platz der selbst gemachte Druck einnimmt, desto weniger Platz hat die Kreativität. Dann ist dein Song eben einfach gestrickt mit nur zwei oder drei Akkorden, es gibt Welthits mit dieser Anzahl an Akkorden. Wenn du denkst, dass dein Text zu kitschig ist oder nicht poetisch genug, geh mal einen „Schritt“ davon weg oder zeig ihn Freunden oder Familie. Sie können dir objektives Feedback geben.

4. Schreib, Schreib, Schreib

Wie bei fast allem gilt auch hier: Probieren geht über Studieren. Ich kann dir noch tausend Tipps geben, aber solange du nicht selbst aktiv wirst, hat das alles keinen Sinn. Je mehr du schreibst, desto besser wirst du. Je öfter du eine Gesangs-Melodie für deinen Text suchst, desto einfacher fällt es dir.

Also schnapp dir dein Instrument und Notizbuch und schreib deinen nächsten Song.